Blog wird auf Eis gelegt

30Sept2011

Ich habe eben etwa eine Stunde damit verbracht einen Eintrag zu schreiben, bis mein Laptop spontan meinte, dass es an der Zeit wäre, den Browser grundlos abstürtzen zu lassen. Da mein Laptop generell ziemlich langsam ist und er solche Sachen regelmäßig macht, werde ich den Blog nicht weiterschreiben. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust alles nochmal zu schreiben und die Sicherheit, dass das selbe nicht nochmal passiert, habe ich sowieso nicht (die Wahrscheinlichkeit ist sogar recht groß, dass es nochmal passiert).

Wer also wissen will, wie es mir in Japan ergeht und was ich hier mache, der sollte mich anderwertig kontaktieren.

Der Flug und der erste Tag

28Sept2011

Es ist jetzt Mittwoch morgen und aus irgendeinem Grund bin ich schon gegen 6:30 aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Da ich gestern keine Zeit mehr dazu gefunden habe dachte ich, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist um hier etwas zu schreiben.

Zuerst zu meinem Flug:

Der Flug lief problemlos und an sich ist nichts weltbewegendes passiert. Neben mir saß ein älteres japanisches Ehepaar und irgendwann gegen Ende des Flugs hat mich die Frau auf englisch gefragt, ob ich für sightseeing nach Japan gehen würde. Dreist wie ich bin habe ich natürlich auf japanisch geantwortet und so sind wir ins Gespräch gekommen. Ich habe ihr erzählt, dass ich Japanologie studiere und jetzt für ein Semester in Kyôto studieren werde. Sie erzählte mir, dass sie vor 40 Jahren in Kyôto gewohnt hat und hat mir ein bisschen über die Stadt erzählt. Ansonsten war es nur der übliche Smalltalk, der nicht sonderlich erwähnenswert ist.

Am Flughafen angekommen ist das erste, was mir aufgefallen ist, dass Ausländer und Japaner unterschiedlich begrüßt werden. Es hängt ein Schild dort, auf dem auf Englisch "Willkommen in Japan" steht, auf japanisch allerdings おかえりなさい  (okaerinasai, Willkommen zurück). Mein erster Gedanke war, dass wohl nicht davon ausgegangen wird, dass es Ausländer gibt, die das lesen können. Nachdem ich dann mein Gepäck abgeholt habe und richtung Bahn laufen wollte, kam auf einmal eine Person von hinten auf mich zugerannt, was ich allerdings erst nach einigen Sekunden gemerkt habe. Sie fragte mich, ob ich Mitarbeiter bei xy (Sie hatte irgendein Schild mit einer Abkürzung bei sich, wofür die Abkürzung stand weiß ich allerdings nicht. Vermutlich irgendeine Firma) wäre und als ich ihr auf japanisch antwortete, dass es nicht der Fall sei, hat sie mich sofort für mein japanisch gelobt. Ich hab mir aber nichts weiter draus gemacht und bin weiter Richtung Bahn, wo ich dann eine angestellte gefragt habe, die mir auch direkt geholfen hat. Sie hat mir ein Ticket verkauft, meinte, dass der nächste Zug um 7:58 fährt und hat mir auch gesagt, auf welches Gleis ich muss. Also bin ich direkt zum Gleis gegangen (waren maximal 2 Minuten Fußweg) und habe erstmal auf die Uhr geschaut, da ich keine bei mir hatte: 8:00. Mein Zug war also bereits abgefahren. Ich fragte mich, warum mir ein TIcket für einen Zug verkauft wurde, der ziemlich genau zu dem Zeitpunkt abgefahren ist, zu dem ich das TIcket gekauft habe und bin dann wieder zurückgegangen und habe einen anderen Mitarbeiter gefragt, was ich nun machen soll (ganz zurück zu der Frau, die mir das Ticket verkauft hat, konnte ich nicht, da ich schon durch die Absperrung, durch die man nur mit Ticket kommt, durchgegangen bin) und habe ihm erklärt, dass mein Zug um 7:58 gefahren wäre und ich ihn verpasst habe. Ohne zu zögern hat er gesagt, dass das kein Problem ist und ich mein Geld zurückbekomme. Da ich ja nur deutsche Verhältnisse kenne war ich schon sehr erstaunt, bei der DB wäre das mit Sicherheit nicht passiert. Nach einem kurzem Gespräch hat er mir aber gesagt, dass ich auch einfach den nächsten Zug nehmen kann. Ich dachte zuerst, dass mein Ticket nur für einen bestimmten Zug gilt, aber da lag ich falsch.

Die Zugfahrt verlief problemlos, ich habe nur um sicher zu gehen nochmal einen Japaner gefragt, ob der Zug auch dort hin fährt, wo ich hin wollte. Und obwohl es nur eine Zugfahrt war, fand ich es sehr beeindruckend. Da ich mich ja schon seit längerem mit Japan beschäftige habe ich ein gewisses Vorwissen über Japan, allerdings ist es etwas ganz anderes das ganze dann selbst zu erleben. Geschätzte 80% der Leute im Zug haben entweder geschlafen oder waren mit ihrem Handy beschäftigt und im Zug war alles dabei von Oberschülern bis Firmenangestellten.

Das erste Richtige Problem trat dann auf, als ich mein Hostel nicht gefunden habe. Die Wegbeschreibung war an einem Punkt so uneundeutig, dass ich einen falschen Weg gelaufen bin. Das habe ich dann aber recht schnell bemerkt und habe den nächsten Polizisten, den ich gesehen habe, nach dem Weg gefragt (Anmerkung: In Japan steht an jeder Ecke ein hilfsbereiter Polizist). Er hat mir dann halb auf englisch und halb auf japanisch den Weg erklärt (manche Japaner nutzen wohl jede Situation um die 2,3 Worte englisch, die sie können, zu benutzen) und so konnte ich das Hostel problemlos finden.

 Da ich den ersten Tag ruhig angehen wollte, habe ich dann entschieden erstmal nach Shinjuku zu gehen und mir ein paar Läden anzuschauen. In Shinjuku angekommen packte mich dann aber recht schnell die Müdigkeit (liegt vermutlich daran, dass ich den Tag vor Abflug geschätzte 3-4 Stunden und am Flugtag so gut wie gar nicht geschlafen habe), weshalb ich nur knapp 2 Stunden dort war. Allerdings habe ich in diesen zwei Stunden einiges gesehen, wie z.B. singende Busse und Hosts. Gekauft habe ich außer ein Buch (ein japanisches natürlich, ist mit Sicherheit eine gute Übung) auch nichts.

Gegen 15:00 Uhr bin ich wieder im Hostel gewesen, habe ein paar Stunden geschlafen und abends auf Simon gewartet, dessen Flugzeug gegen 19 Uhr japanischer Zeit in Tôkyô ankommen sollte. Um ziemlich genau 22 Uhr ist er im Hostel angekommen und wir wir sind dann noch zusammen zum nächsten konbini gegangen um uns etwas zu essen zu kaufen.

Eigentlich waren wir beide ziemlich müde, aber wir haben im Hostel dann zufälligerweise noch eine deutsche, die in Hamburg Japanologie studiert und gerade zum Urlaub hier ist kennengelernt, sodass es dann doch wieder recht spät wurde, bis wir endlich im Bett waren.

Mein letzter Tag in Deutschland...

25Sept2011

Zumindest für etwa ein halbes Jahr.

Morgen gegen 11 Uhr geht mein Flug nach Tôkyô, wo ich einen kleinen Urlaub mache, bis  ich am 6. Oktober per Nachtbus nach Kyôto fahre, wo ich dann für ein Semester lang wohnen und an der Dôshisha Universität (同志社大学) studieren werde.

Mein Koffer ist fertig gepackt und sonstige vorbereitungen sind auch erledigt.  Es gilt also nur noch zu warten, bis die Reise beginnt...

Da ich sonst noch nichts zu berichten habe, zum Schluss noch etwas "lustiges": Rechts in meinem Blog befindet sich eine Karte, auf der Japan zu sehen ist. Dort habe ich gesehen, dass Fukushima mit den Zeichen 福 (Glück) und 島 (Insel) geschrieben wird. Ein sehr passender Name, wenn man an den 11. März zurückdenkt.